Im Heftchen zum 50-jährigen Jubiläum der KV wurde noch einmal die Geschichte der KV, die Franz-Heinrich Bach 1982 aufschrieb, abgedruckt. 

Hier steht geschrieben wie alles begann und wie es in den Jahren weiterging.

Im Folgenden finden Sie diese Entstehungsgeschichte in genauem Wortlaut wiedergegeben.

Wie die Katholische Vereinigung – Schwarze Sieben entstanden ist und was davor war…

… beschrieb in unserem Jubiläumsheft 1982 unser damaliger Ehrenpräsident Franz-Heinrich Bach. Er führte aus:

„Wie der Name schon sagt, setzt sich der Verein aus zwei ursprünglich selbstständigen Vereinigungen zusammen. Feiern wir aber dieses Jahr das 25-jährige Bestehen der Schwarzen Sieben, so ist es mehr als recht und billig, den historischen Hintergrund zu beleuchten und in groben Zügen über die Entstehung, den Sinn und Zweck der Katholischen Vereinigung und Schwarzer Sieben aufzuzeichnen.

Seit der Reformation (1541) gab es in Friedberg keine kath. Pfarrei. Kath. Gottesdienst wurde erst nach der Erbauung der St. Georgskapelle an der Seewiese seit 1734 gefeiert. Als am 2. April 1869 Friedberg seinen ersten Pfarrkuraten wieder erhielt, betrug die Seelenzahl der neuen Gemeinde 662 Seelen. 1889 wurde sodann die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt konsekriert. Erster Pfarrer dieser neuen Pfarrkirche war Pfr. Josef Thoebes. Er verließ nach 14 Jahren die kath. Pfarrei Friedberg… Sein Nachfolger, Dr. Johannes Praxmarer, war für seine Zeit ein ausgesprochen moderner Mensch. Er erkannte die Probleme der aufkommenden Industriegesellschaft, die Probleme, die durch Klassenkampf von Marx, Hegel und Darwin ausgelöst wurden.

So gründete er am 4. März 1900 den „Katholischen Männer- und Arbeiterverein zu Friedberg“. Damit wären wir am Anfang der Katholischen Vereinigung. Denn dieser Verein, der aus der damaligen Diaspora-Situation heraus die religiösen und gesellschaftlichen Belange der Friedberger Katholiken sich zur Aufgabe setzte, wurde am Ostermontag 1910 (28.03.1910) in „Katholische Vereinigung Friedberg“ umgewandelt. In der Chronik lesen wir:

„In der Geschichte des Vereins beginnt ein neuer Abschnitt, der überschrieben ist: Katholische Vereinigung Friedberg. Der Wunsch vieler, alle Katholiken der Gemeinde in einem Verein zusammen sein zu können, ist erfüllt…“

Diese Katholische Vereinigung hielt am 12.2.1911 ihr zweites Wintervergnügen ab. Die Fastnacht hatte ihm den Stempel aufgedrückt, wie aus der Einladung „Fastnachts-Abendunterhaltung im Hotel Trapp“ zu ersehen ist.

Namen wie Hellmeister, Stohr, Frl. Birnbaum, Frl. Betz, Schmitt, Eichler, Frl. Stieler, Mondigler, Kemmerer, Schröder, Stahl, Kleintopf, Thaler, Höfling, Kuhn, Burck, Heberer, Heil, Eckhardt und viele mehr gaben diesem Verein das Gepräge.

Im Protokoll der Vorstandssitzung vom 06.10.1933 steht unter Tagesordnungspunkt 2 „Organisationsfragen“. Zu diesem Punkt ist ausgeführt:

„Der Vorsitzende(=Reichsbahnamtmann Stahl) erläutert kurz, warum Organisationsfragen auf der Tagesordnung stehen. Es soll die KV in einen rein Kirchlichen Verein umorganisiert werden, da durch die politische Lage ein Fortbestehen der KV, deren Zweck und Ziel nicht ganz rein kirchlicher Art ist, auf die Dauer nicht gewährleistet werden kann. Die Umorganisation könnte derart erfolgen, dass aus der jetzigen Gesangsabteilung ein selbstständiger Kirchenmusikalischer Verein gebildet wird.

Durch eine solche Reorganisation sei 1. keine Gefahr politischer Art mehr zu erwarten,  da durch das Konkordat rein kirchliche Vereine geschützt sind, und 2. Sei gleichzeitig den Wünschen des Bischöflichen Ordinariats Rechnung getragen. Bezüglich der Mitglieder der KV, so sollen dieselben als passive Mitglieder dem neuen Kirchenmusikalischen Verein überschrieben werden.“

Damit wurde aus der Katholischen Vereinigung der Cäcilien-Verein (offizieller Name später: Kath. Kirchenchor „St. Cäcilia“ Friedberg i.H.). Dieser Verein bestand bis 1949 offiziell fort, wurde danach als Kirchenchor im losen Zusammenschluss bis heute weitergeführt. Im ersten Halbjahr 1956 fanden sich aktive Katholiken zusammen, um den alten Traditionsverein „Katholische Vereinigung“ wieder aufleben zu lassen. Die erste Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes (Dr. Borig, Enzingmüller, Rhein, H. Schneider und Frau Dickenberger) fand am 10.07.1956 statt.

In §1 der Satzung wurde zur Aufgabe gestellt, das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der kath. Gemeinde zu pflegen und Möglichkeiten zu Begegnungen außerhalb des Kirchenraums zu schaffen.

Mit der Schaffung der Pfarrgemeinderäte schien die Existenzberechtigung der KV gefährdet; denn damit war die Trägerschaft für Bildungsveranstaltungen auf die PGR übergangen. In der Generalversammlung vom 27.04.1957 wurde dann der Zusammenschluss von Katholischer Vereinigung und Schwarzen Sieben beschlossen, zumal die Aktiven beider Vereinigungen identisch waren und schon immer die Fastnachtsveranstaltungen der Schwarzen Sieben von der KV bezuschusst wurden und die Sitzungen der Schwarzen Sieben stets in der Programmgestaltung der KV berücksichtigt und eingebaut waren.

Es ist lediglich noch nachzutragen, dass bereits vor der Gründung der Schwarzen Sieben Fastnachtsveranstaltungen der kath. Jugend (frühere Galen- und Fatimagruppe) seit Kriegsende regelmäßig stattfanden und das diese „Jugendlichen“ – es waren z.T heimgekehrte Kriegsteilnehmer – zu den späteren Aktiven der Schwarzen Sieben gehörten.“

Soweit unser ehemaliger Ehrenpräsident.

Die Sitzung der K.V. Schwarzen Sieben – es war eine einzige- fand im Casino in der Ludwigstraße statt. Sie erfreute sich zunehmendem Interesse. Nach dem Bau des früheren Jugendheims, fand die Sitzung dann im Jugendheim statt. Bald wurden aus einer, bis zwei schließlich fünf Sitzungen. Die Narrhalla im Jugendheim fasste 196 Zuschauer. Man saß – wie heute – in Körperkontakt zu seinem Nachbarn. Der Kartenandrang wurde derart groß, dass es schwierig war, an Karten zu kommen. Der Vorstand sah sich vor das Problem gestellt, entweder eine oder zwei Sitzungen mehr anzubieten oder eine größere Narrhalla zu suchen. Man entschied sich für Letzteres. Es konnte mit dem Turn- und Sportverein Friedberg-Fauerbach eine Vereinbarung getroffen werden, dass 2 Fastnachtssitzungen in der Turnhalle des TSV und 3 im Jugendheim abgehalten werden konnten. Dies hatte den gewaltigen Vorteil, dass in Fauerbach 460 Zuschauer pro Sitzung die Möglichkeit hatten, eine Sitzung der K.V. Schwarzen Sieben zu erleben. Nachteil – der von den Aktiven aber mit Bravour und großem Einsatz geleistet wurde – war, dass 2 Narrhallen pro Saison aufgebaut und abgebaut werden mussten. Es mussten alle Utensilien angefangen bei den Gläsern, Getränke, Essen, bis hin zur Requisite nach Fauerbach und zurück transportiert werden.

An dieser Stelle sei dem Vorstand und den Mitgliedern des TSV Friedberg-Fauerbach recht herzlich gedankt für die gute Zusammenarbeit und für die Möglichkeit, ihre Turnhalle nutzen zu dürfen. Erstmals fand am 13.11.1985 die Saisoneröffnung in der Fauerbacher Turnhalle statt. Mit dem Umbau des Jugendheims in das jetzige Albert-Stohr-Haus war der K.V. Schwarzen Sieben die Chance gegeben, alle Sitzungen im eigenen Hause abhalten zu können. So finden ab der Kampagne 2000 unsere Sitzungen nur noch im Albert-Stohr-Haus statt.

Bedingt insbesondere wegen der Sitzungskarten ist unser Verein zwischenzeitlich zu einer gewaltigen Größe angewachsen. Wir haben derzeit 665 Mitglieder. Auch die Anzahl der Aktiven ist auf stolze 220 Personen gestiegen. Letzteres belegt, dass viele die Arbeit und Mühen auf sich nehmen, unsere Gäste mit Witz, Geist und Humor zu erfreuen.

Betrachtet man allein die Kampagne mit 5 Sitzungen, 1 Seniorensitzung, der Kinderfastnacht, dem Fastnachtszug und dem Kehraus, so muss ich den Aktiven großes Lob zollen, was ich an dieser Stelle auch nicht versäumen möchte.

Zu guter Letzt möchte ich mich an dieser Stelle bei Skiclub Friedberg bedanken, der uns in der Umbauphase des Albert-Stohr-Hauses ihr Skiclubheim zur Verfügung gestellt haben.

Markus Bach

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